Momente ·

Quer parallel

Da stehst du nun, quer in meinem sauber parallel geführten Alltag.

Nicht laut. Nicht fordernd. Einfach da.

Und plötzlich trägt nichts mehr.

Die Gedanken, die sonst geordnet marschieren, lösen ihre Reihen, verlaufen sich, ziehen in Richtungen, die sich nicht koordinieren lassen.

Was eben noch Struktur war, zerfällt nicht – es verliert nur seine Verbindlichkeit.

Ich versuche, mich zu sammeln.

Doch etwas in mir weiß längst, dass es keinen Sinn macht, gegen diese Bewegung anzudenken.

Also lasse ich es.

Nicht aus Resignation. Sondern weil ich beginne zu verstehen,

dass es Momente gibt, in denen Gedanken nicht dienen sollen,

sondern sich nehmen, was ihnen zusteht.

Und während meine Aufmerksamkeit sich entzieht, meine Konzentration zerfasert,

merkt ein leiser Teil in mir:

Dass das kein Verlust ist.

Sondern ein Durchbrechen.