Trilogie des Innehaltens ·

Das neue Gefühl

Teil 3 von 3 · Trilogie des Innehaltens

Noch vor dem Wecker berührte mich das Licht.

Nicht fordernd – eher prüfend, als wolle der Morgen wissen, ob ich bereit bin.

Und ich war es, ohne Grund.

Sorgen näherten sich, doch sie prallten ab, leicht, wie ungezielte Würfe gegen eine ruhige Wand.

Der Tag setzte sich in Bewegung.

Arbeit stand bereit – als Raum, durch den ich ging.

Aufgaben traten hervor, eine nach der anderen, klar, ohne Halt.

Sie sprachen, doch sie banden mich nicht.

Ich tat, was sich tat.

Und die Zeit vergaß, schwer zu sein.

Irgendwo dazwischen ein flüchtiges Spiel –

ein Lächeln ohne Absicht, ein leiser Harlekin, der alles berührt, ohne etwas zu verlangen.

Als der Abend kam, war nichts gewonnen.

Und nichts verloren.

Nur ein Weg, der sich still gezeigt hat.

Und darin – ohne Erklärung, ohne Trotz –

etwas, das bleibt.