Gedanken
Teil 1 von 3 · Trilogie des Innehaltens
Ich hänge die Vernunft an die Garderobe. Die Kontrolle daneben.
Nicht, weil ich sie nicht brauche. Sondern weil ich weiß, wann nicht.
Ich setze mich.
Und während ich sitze, merke ich, dass ein Teil von mir darauf wartet, dass ich wieder aufstehe.
Früher hätte ich das getan.
Ein Gedanke wäre gekommen, und ich wäre ihm gefolgt. Ein Impuls hätte sich gezeigt, und ich hätte reagiert.
Heute bleibe ich.
Nicht aus Trägheit. Nicht aus Müdigkeit.
Sondern weil ich sehen will, was passiert, wenn ich es nicht tue.
Die Sonne legt sich wie ein stilles Gewicht auf mich. Sie fordert nichts.
Und ich beginne zu verstehen, dass nicht alles, was entsteht, durch mein Tun entsteht.
Gedanken kommen, ziehen weite Kreise.
Einige verlieren sich. Andere kehren zurück, ohne dass ich sie festgehalten habe.
Ich lasse sie.
Und irgendwo zwischen ihnen wird etwas klarer,
das ich nicht gesucht habe.